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Es war einmal… Die Entstehung einer Geschichte

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Schreiben

Es war einmal… Die Entstehung einer Geschichte

Es war einmal: Die Entstehung einer Geschichte

Du wolltest schon immer mal eine Geschichte oder sogar ein Buch schreiben? Dir schwirren tausend Ideen im Kopf herum, aber auf dem Papier sind sie trotzdem nie gelandet? Dann bist du hier genau richtig. Ich möchte Dir eine Geschichte erzählen.

Mir ging es sehr lange so, wie bestimmt vielen Anderen auch. Ich war gefangen in meinem Nine-to-Five-Job, bin von Meeting zu Meeting gerannt und wollte am Abend nur noch auf der Couch schlafen und möglichst keinen Computer mehr ansehen, geschweige denn daran arbeiten. An Kreativität war nicht mehr zu denken. Trotzdem war es schon immer ein grosser Traum von mir, ein Buch zu schreiben. Ich kann mich noch erinnern, da war ich vielleicht 5 Jahre alt, da hatte ich einen Stapel Blätter zusammengeklebt, alle nacheinander bemalt und es mit „Cindy’s Buch“ beschriftet. Dieser Wunsch war damals (wohl eher unbewusst) wie auch heute präsent und er ließ mich nie los. Aber ein ganzes Buch hat etwa 300 Seiten (je nach Schriftsteller. Wenn man Tolstoi gefragt hätte, hätte dieser sicher gesagt, dass alles unter 900 Seiten eine Novelle sei. Nein, Spaß bei Seite.). Wie soll ICH bitte schön diese 300 Seiten füllen? Wie soll ich um Himmels willen auf eine Idee kommen, die so viel Infos liefert? Ich habe immer das große Ganze betrachtet. Das fertige Buch. Millionen von Buchstaben, tausende Wörter und genau das war mein Fehler.

Beginne klein, um ganz gross zu werden

Wenn man das komplett ausgereifte Projekt anschaut, dann wird man fast erschlagen. Es kam mir immer vor wie der Mount Everest. Riesen groß und nur die Besten schafften es bis ganz nach oben. Jedes Mal wenn ich mir diesen Berg von unten ansah, winkte ich niedergeschlagen ab und kehrte ihm den Rücken zu, ohne auch nur den Versuch gewagt zu haben, den Gipfel zu erreichen. Und der Traum blieb weiterhin ein Traum. Dies ging all die Jahre so weiter, bis vor ein paar Monaten die ausschlaggebende Kehrtwende kam. Wieder heftete diese eine Buchidee hartnäckig an meinen Gedanken. Immer ausgereifter wurde die Geschichte in meinem Kopf, bis ich beschloss, alle Zweifel beiseitezuschieben und die Ideen aufzuschreiben. Ich schrieb und schrieb und plötzlich stand ich wieder vor diesem Berg. Doch dieses Mal, wählte ich einen anderen Weg. Ich stellte mich dem Problem. Ich fragte mich, welches Wissen ich mir aneignen musste, damit ich die Geschichte zu Ende schreiben konnte. Welche Entscheidungen zu den Figuren und der Handlung ich zu treffen hatte, damit es einen Sinn ergab und ich den roten Faden nicht verlor. Ich schrieb alles auf, egal ob relevant oder belanglos, es verschaffte mir einen Überblick. Zum ersten Mal konnte ich die Hürden greifbarer machen, die es zu überspringen galt. Ich betrachtete mein Word-Dokument und hatte dieses unbeschreibliche Gefühl, meinem Traum einen Schritt näher gekommen zu sein. Ich hatte die Angst vor dem Mount Everest überwunden. Nun war es zu spät und ich konnte nicht mehr umdrehen. Also arbeitete ich die Fragen nacheinander ab. Ich eröffnete Figurendatenbanken und einen Zeitstrahl und wurde immer mehr eins mit meiner Geschichte.

Und die Moral von der Geschichte ist…

… egal wie groß und unbezwingbar Dein Projekt scheint, betrachte es in kleineren, handlicheren Schritten. Schreibe jede Idee und jede Frage auf, die Dir in den Sinn kommt. Es ist egal, ob Du sie nachher wirklich gebrauchen kannst oder sie mit gutem Gewissen löschst. Wichtig ist, dass Du sie notiert und gut auffindbar abgelegt hast. Denn hier ist Ordnung wirklich die halbe Miete. Also trau Dich. Nimm Deinen Laptop oder Stift und Papier und schreib drauflos, was das Zeug hält. Dann bist Du schon bald ein weiterer Bezwinger des Mount Everests.

Deine Cindy

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