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Das Schreiben – Mein Zufluchtsort, mein Therapeut, mein Seelenfutter

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Das Schreiben – Mein Zufluchtsort, mein Therapeut, mein Seelenfutter

Die Liebe zum Schreiben

Über den Sinn des Schreibens: Was es für mich bedeutet und was es Dir bringen könnte, es zu versuchen.

Wie hatte alles angefangen? Wie kam ich zu meiner grossen Liebe – dem Schreiben? Dies wurde ich in letzter Zeit sehr oft gefragt. Als ich endlich den Mut fand und meinen Mitmenschen fröhlich mitteilte, dass ich nun als Texterin arbeite und im Begriff bin meine eigene Firma zu gründen, waren diese Fragen mitunter die Ersten, die mir gestellt wurden. Die wenig zufriedenstellende Antwort: „Ich habe doch schon immer geschrieben“, war auch mir zu einfach und nichtssagend. Aber wie war ich denn überhaupt zum Schreiben gekommen? Als ich während einer meiner Joggingrunde darüber nachdachte, wurde es immer klarer. Ich hatte schon früh die Kraft des Schreibens entdeckt, ohne es wirklich zu merken. Ich begann mit dem Führen eines Tagebuchs, habe unzählige Liebesbriefe geschrieben jedoch nie abgeschickt und habe Geschichten geschrieben, um meinem Alltag zu entfliehen. Ich habe stets meine innersten Sehnsüchte und Gedanken zu Papier gebracht, um danach befreiter und entspannter weiterleben zu können. Dies war der Beginn von etwas grossem, etwas wertvollem, was mich mein ganzes bisheriges Leben begleitet hat.

Mein Zufluchtsort – weil mein Happy Place immer dort sein sollte, wo ich gerade bin

Mit Schreiben kann ich meine eigene Welt erschaffen. Ich tauche dann komplett in meine Geschichte ein und vergesse alles um mich herum. Ich kann Dinge geradebiegen, die ich im echten Leben vielleicht vermasselt habe und kann mir, wenn möglich, eine schöne, neue Welt erschaffen. Am liebsten schreibe ich stundenlang, ohne Unterbruch. Meine Finger fliegen dann nur so über die Tastatur und die Ideen überschlagen sich. Aus Angst, alles gleich wieder zu vergessen, schreibe ich so schnell, dass das Korrekturprogramm auf Hochtouren arbeitet und mein halber Text rot und blau unterstrichen ist. Aber ich schreibe unbeirrt weiter. Es ist mir egal wie viele Rechschreib- und Kommafehler ich gerade mache, wichtig ist nur, dass meine Ideen festgehalten werden. Dies ist meine einzige Mission. Korrigieren kann ich später immer noch bis zum Umfallen. Und dies ist auch gut so. Denn der Perfektionismus ist der Tod der Kreativität. Deshalb rate ich auch Dir, wenn Du in einen Schreibfluss kommen möchtest, halte Dich nicht mit Tipp- oder Grammatikfehlern auf. Lass alles raus, was Dir einfällt und optimiere das Geschriebene im Nachhinein. So wirst Du nie mehr eine Idee ungenutzt lassen.

Mein Therapeut – weil Dr. Freud leider gerade keine Zeit für mich hat

Das Schreiben kann Dich nicht nur in eine andere Welt abtauchen lassen, Du kannst auch Dinge damit verarbeiten. Du kannst sie Dir von der Seele reden (beziehungsweise schreiben) und es ist egal, was es ist oder ob Du jemals irgendjemandem davon erzählt hättest. Papier ist schweigsam und Papier ist geduldig. Dies habe ich erst gerade wieder erfahren. Nach einem Schicksalsschlag war ich ruhelos und gequält. Mir hat nichts mehr Freude gemacht und Lust morgens aufzustehen hatte ich sowieso keine mehr. Irgendwann nachts, als ich mich wieder mal bis 3.00 Uhr in der Früh hin und her wälzte, kam mir eine Idee für eine Geschichte. Was als kurzer Gedankenblitz anfing, reifte nach und nach zu einer richtigen Story. Da ich ja sowieso nicht schlafen konnte, bin ich schnurstracks zu meinem Laptop gelaufen und habe alles aufgeschrieben. Je mehr ich meine Seele sprechen liess, desto schneller kam der Frieden zurück. Klar, ich hatte nicht alle meine Probleme gelöst und hatte auch nicht plötzlich alles Vergessen, was geschehen war. Aber ich fühlte mich besser. Ich konnte alles rauslassen, ob gut oder schlecht, passend oder unpassend. Es war egal. Das geschriebene war für mich und ich musste keine Angst haben, irgendwer würde mich deshalb verurteilen. Es war befreiend. Nach und nach konnte ich wieder in meinen normalen Alltag zurückkehren. Auch Du kannst Dir diese kostenlose Therapiesitzung gönnen und Deiner Seele ein Stück Frieden schenken. Bist Du beispielsweise böse auf eine Person oder musstest diese viel zu früh gehen lassen? Dann schreib ihr einen Brief. Schreib Deinen Ärger, Deine Wut, Deine Trauer nieder und ich bin sicher, Du wirst Dich befreiter fühlen. Wenn auch nur ein kleines Stück.

Mein Seelenfutter – weil Schokolade auch keine dauerhafte Lösung ist

Für mich war das Schreiben schon weit mehr als einmal die Rettung. Ich fühle mich immer gut und befreit nach einer Schreibsession. Es ein tolles Gefühl, die Gedanken mit jemandem zu Teilen (in meinem Fall war es ein leeres Word-Dokument). Oft kommen mir während des Schreibens, Erkenntnisse über mein Leben, meine Situation oder meine Einstellung. Es öffnet mir immer wieder die Augen und lässt mich die Welt klarer sehen. Die Lösungen für unüberwindbar wirkende Probleme scheinen wie von alleine aufzutauchen und plötzlich ist alles nicht mehr ganz so schlimm. Und Soll ich Dir noch das Tüpfelchen auf dem „i“ verraten? Es hat um einiges weniger Kalorien als eine Tafel Schokolade. 

Ich möchte Dir Mut machen es einfach mal auszuprobieren. Ohne Druck, ohne Zwang. Einfach mal draufloszuschreiben. Es muss kein neuer Bestseller werden. Es ist für Dich, ganz privat. Für Deinen inneren Frieden.

Deine Cindy

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