Du liest gerade:

Mit Hilfe von Bewegung, Schreibblockaden lösen und vorbeugen

0
Schreiben

Mit Hilfe von Bewegung, Schreibblockaden lösen und vorbeugen

Joggen gegen Schreibblockaden

Das pure Grauen: Du möchtest schon längst, Deinen neuen Blogartikel online stelle oder bei Deinem Roman weiterkommen, doch die Inspiration bleibt aus. Du fühlst Dich von Deiner Muse im Stich gelassen und bekommst gefühlt keinen geraden Satz zustande. Der Horror jedes Schriftstellers, Bloggers oder sonstigen Liebhabers des geschriebenen Wortes.

Solche Situationen kenne ich nur zu gut. Während des Schreibprozesses meines Romans hatte ich immer wieder Angst, genau in eine solche Blockade hineinzugeraten. Vor einem leeren Word-Dokument zu sitzen und den blinkenden Cursor anzustarren, konnte mich fast um den Verstand bringen. Schnell schleichen sich in solchen Momenten Selbstzweifel ein. War‘s das jetzt mit meinem Buch? Kann ich diesen Traum schon wieder begraben? Wenn Du diese Überlegungen auch kennst, kann ich Dich beruhigen. Es geht vorbei. Vielleicht reicht es Dir, wenn Du Deine Geschichte einfach ein paar Tage aus den Händen legst und so „Abstand“ davon erhältst. Dies kann insbesondere hilfreich sein, damit Du nicht immer über die Schreibblockade nachgrübelst. Denn dadurch wird sie sich leider auch nicht lösen. Ich habe meine eigene Methode gefunden, damit umzugehen, und möchte meine Erfahrungen mit Dir teilen.

Zu aller erst: Den Kopf frei bekommen

Ich bin schon seit langer Zeit ein grosser Fan des Laufsports. Mir hat das Laufen in der Natur extrem viel gegeben. Beispielsweise konnte ich nach der Geburt meines Sohnes so am besten abschalten und für mich alleine, die Komplikationen und nicht ganz so schönen Erlebnisse dieses Tages verarbeiten. Auch Stress im Job oder der Beziehung wurde so von mir „wegtrainiert“. Ich löse dann während meines Laufs ganze Probleme oder Streits. Ich gehe die Situationen sicher 100 Mal in meinem Kopf durch, jedoch wenn ich zu Hause wieder ankomme, ist meistens alles nur noch halb so schlimm. Vor allem aber bin ich zufrieden. Zufrieden mit mir, meiner Leistung und dass ich meinem inneren Schweinehund wieder einmal die Stirn geboten habe. Dieses Glücksgefühl sorg für eine Endorphinausschüttung (Endorphine = Glückshormone. Und wer möchte denn schon nicht so viel wie möglich von diesen Dingern haben?), welche Dir einen ausgeglichenen Rest des Tages bescheren.

Neue Energie für Körper und Geist

Wenn Du Dich draussen in der Natur bewegst, sei das mittels Laufen, Walken oder einem gemütlichen Spaziergang, dann ist dies für Dein Gehirn eine Art Neustart. Wie beim PC werden alle Programme in Deinem Kopf geschlossen, unwichtiges wird eliminiert und er kann mit neuer Kraft wieder hochfahren. Während Du Dich bewegst, werden beide Gehirnhälften aktiviert und Dein Organismus wird mit mehr Sauerstoff versorgt. Dies führt zu einer erhöhten Konzentrationsfähigkeit und zu mehr Kreativität. Forscher haben nun sogar herausgefunden, dass eine regelmässige moderate Bewegung hilft, neue Nervenzellen zu bilden. Dies kommt Deinem Lern- und Erinnerungsvermögen zu Gute. Wer also regelmässig seine Sportschuhe schnürt, wirkt automatisch dem Altern entgegen (Neben den Glückshormonen wäre dies doch schon der zweite Pluspunkt hier 🙂 ).

Gegen die Schreibblockade anlaufen

Da ich in jeder Lebenslage immer gelaufen bin, war meine nächstgelegene Lösung, gegen eine Schreibblockade, natürlich auch hier der Sport. Ich kann mich noch sehr gut erinnern, als es zum ersten Mal soweit war. Ich sass an meinem Küchentisch (wie so oft. Ich hätte zwar ein komplett eingerichtetes Büro, aber der Küchentisch hat es mir einfach als Arbeitsplatz angetan.) und hatte bisher keine Probleme mit Blockaden irgendeiner Art. Seit ich beschlossen haben, diese Romanidee zu Papier zu bringen, konnte mich nichts mehr stoppen. Für jedes Problem fand sich bis dahin immer schnell eine Lösung. Bis zu diesem einen Tag, an dem es plötzlich keine schnelle Antwort auf meine Fragen mehr gab. Ich sass also da und zermarterte mir das Hirn, wie es weiterging. Nach einem kurzen Moment der Hilflosigkeit beschloss ich, dass es so keinen Sinn mehr machte, und schnappte mir meine Trainingskleider. Ich lief die gewohnte Strecke und dachte zwar immer noch über meinen Roman nach, jedoch war es viel entspannter. Ich war nicht mehr so nervös und gestresst. Die Gedanken kamen wie von selbst. Plötzliche fügte sich ein Puzzleteil dem Nächsten hinzu und ich konnte die ganze Situation von einem neuen Standpunkt aus betrachten. Mit neuen Ideen setzte ich mich zu Hause gleich an den Laptop und schrieb alles nieder. Dies ist nämlich immer die grösste Herausforderung für mich. Nicht schon auf dem Heimweg alles zu vergessen, doch dies ist ein anderes Thema. Seit diesem Tag, hat sich Sport bei Blockaden für mich perfekt bewährt.

Mein Tipp für Dich

Wenn Du Dich in der gleichen Situation wiederfindest, dann überleg nicht lange hin und her, sondern steh von Deinem Schreibtisch auf und geh raus in die Natur. Egal ob Du ganz gemütlich unterwegs bist oder Du Deinen Körper auspowern möchtest. Hauptsache Du starrst nicht stundenlang auf ein leeres Blatt. Denn Frustration hilft Dir hier leider nicht weiter. Mach Dir, während Deiner Schreibauszeit, zu folgenden Punkten Gedanken:


• Was will ich unbedingt mitteilen?
• Was darf auf keinen Fall fehlen?


Wenn Du wieder an Deinem Schreibtisch sitzt, schreibe Dir die dazu passenden Antworten erst einmal stichwortartig oder in kurzen Sätzen auf. Oft habe ich nach einer solchen Aktion ganze Szenen geschrieben, weil mein Kopf nicht damit beschäftigt war, jetzt unbedingt einen langen Text schreiben zu müssen. Denn schließlich wollte ich ja nur meine Ideen festhalten, damit ich sie nicht wieder vergesse und die ganze Problematik von vorne beginnt. Dies nahm mir den Druck und der Schreibflow trat ganz von alleine ein.

Also, steh auf und geh raus an die frische Luft. Dein Körper und Geist werden es Dir danken.

Deine Cindy

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.