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Von der Angst, immer Arbeiten zu müssen

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Einblicke in das Autorenleben

Von der Angst, immer Arbeiten zu müssen

Eine Universitätsbibliothek

Als Autorin und Schreib-Coach ist meine berufliche Haupttätigkeit eigentlich klar. Ich schreibe. Aber was mache ich in meiner Freizeit? Na, ich schreibe noch mehr. Da sich bei mir Privates und Geschäftliches stets vermischt, ist die Abgrenzung nicht immer einfach. Ich arbeite aktuell an mehreren Buchprojekten, befülle meinen Blog mit (hoffentlich) lesenswertem Content und versuche, mich gerade in die Welt des Selfpublishing einzulesen. Das alles hat mit dem Thema Schreiben zu tun.

Verstehe mich nicht falsch, ich liebe es. Ich schreibe unglaublich gerne und kann mich so auch viel besser ausdrücken. Aber was mache ich zur Entspannung? Normalerweise hätte ich Dir gesagt, dass ich joggen gehe. Da ich jedoch momentan eine schwangerschaftsbedingte Laufpause einlege, fällt auch der sportliche Part ins Wasser. Ein weiteres Hobby von mir ist das Lesen. Ich liebe es, stundenlang in meiner Hängematte zu liegen und einen guten Roman zu verschlingen. Seit ich jedoch Mutter bin, wurden aus den Stunden eher Minuten und aus der Hängematte ein unbequemer Stuhl, oder der Platz, an dem mein Sohn beschlossen hat, mit seinen Legos zu spielen. Wenn ich am Wochenende wirklich mal eine Stunde hatte, um in Ruhe zu lesen, beschlich mich jedoch immer das Gefühl, meine Zeit zu vergeuden. Eigentlich sollte ich ja jetzt Arbeiten und nicht auf der faulen Haut liegen und nichts tun (außer zu lesen).

Meine Schuldgefühle in diesen Momenten wurden immer größer, bis ich gar keine richtige Freude mehr am Lesen hatte. Irgendwann sprach ich mit meiner guten Kollegin darüber (sie ist eine Bloggerin und Autorin) und wollte von ihr wissen, wie sie dies sieht. War lesen wirklich verschwendete Zeit? Zu meinem Erstaunen und meiner Erleichterung kannte sie die Problematik nur zu gut. Auch an ihr nagten diese Gewissensbisse wenn sie, anstatt zu arbeiten, ein Buch aus dem Regal nahm. Zu einer Lösung sind wir, auf die Schnelle, nicht gekommen aber ich war wenigstens nicht alleine mit meinem Leid.

Ein paar Wochen vergingen und ich ging die Problematik immer mal wieder in meinem Kopf durch. In meinem Blogartikel zum Thema Recherche, habe ich Dir geraten, dass Du Dir am besten einen Bibliotheksausweis besorgst. Zum einen für die Recherche (natürlich) zum anderen aber auch, um die Konkurrenz auszuspionieren. Ausspionieren ist vielleicht das falsche Wort, aber Du solltest immer in etwa wissen, was die Konkurrenz so treibt und Dich auf dem Laufenden halten. Außerdem kannst Du so am einfachsten Deinen Schreibstil verbessern oder etwas Neues lernen, indem Du die Werke anderer Autoren inspizierst. Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Es war völlig ok auch mal eine Stunde ins Schmökern zu investieren, denn ich lerne immer etwas dabei. Und Weiterbildung hat schließlich auch mit Arbeiten zu tun und ist nur förderlich für die Karriere.

Seither habe ich meine Liebe zum Lesen wieder neu entdeckt und auch schon ganz viel gelesen, wo ich sagen musste: Neee, so will ich nicht schreiben. Und dies war eine sehr lehrreiche Erfahrung. Deshalb genieße Deine Freizeit. Auch wenn Du mal nicht arbeitest und einfach die Seele baumeln lässt. Es ist egal, denn es wird Dir guttun. Nur schon während einer Stunde Pause, kannst Du extrem viel gewinnen. Dein Kopf wird freier sein für neue, kreative Ideen und Du startest mit Freude erneut durch. Also gönne Dir eine Stunde Offline-Zeit und genieße das Leben. Wenn Du noch mehr Anregungen zum Digital Detox brauchst, schau doch bei diesem Blogartikel vorbei. Dort habe ich mich ganz und gar diesem Thema gewidmet.

Deine Cindy

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