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5 gute Gründe, kein Buchprojekt zu starten

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Schreiben

5 gute Gründe, kein Buchprojekt zu starten

Kein Buchprojekt

Im letzten Blogartikel habe ich Dir 11 Gründe genannt, wieso wir alle wieder mehr schreiben sollten. In diesem Beitrag möchte ich mich den Aspekten stellen, welche dagegen sprechen, ein eigenes Buchprojekt ins Leben zu rufen. Nun fragst Du Dich sicher, wieso gerade ICH mit Gegenargumenten komme. Schliesslich bin ich diejenige, die Dir immer vorschwärmt, wie toll das Schreiben ist, wie viel Spass es macht an einem Buch zu arbeiten und gebe sogar noch ein E-Book heraus, um Dir den Einstieg in Dein eigenes Buchprojekt nochmals zu erleichtern. Alle Deine Überlegungen sind vollkommen richtig. Ich liebe das Schreiben und ich liebe es, mir Geschichten auszudenken und daran zu feilen. Trotzdem möchte ich Dir die komplette Wahrheit nicht vorenthalten und Dir schwarz auf weiss aufzeigen, dass es unter gewissen Umständen, keinen Sinn macht, solch ein grosses Projekt in die Welt zu rufen. Knallhart. Schonungslos. Aber am Schluss mit hoffentlich einer Entscheidung deinerseits. Denn entweder habe ich Dich gerade noch mehr angespornt, Dich in den Popo zu kneifen und Deinen Traum zu verfolgen ober ich habe Dich von viel Frust und zahllosen verschwendeten Arbeitsstunden bewahrt. Egal welche Variante es sein wird. Sie sollte für DICH passen.

1. Du schreibst nicht, um des Schreibens Willen

Kannst Du Dich noch an Deine Schulzeit erinnern? Wie es war, wenn man einen Aufsatz oder einen Vortrag schreiben musste? Schrecklich oder? Ich habe es immer gehasst, denn genau zu dem gewünschten Thema ist mir meistens gleich null eingefallen. Mein Kopf war vollkommen leer und ich habe mit Sicherheit keinen geraden Satz mehr zu Papier gebracht. Denn ich weiss es ganz genau, ich kann nicht schreiben, wenn ich MUSS. Das geht für mich einfach nicht. Wenn ich Lust habe (das heisst vor allem, wenn ich nicht gerade schlecht gelaunt bin. Denn dann geht sowieso gar nix mehr), mir mein Thema aussuchen kann und ich nicht unter unnötigem Zeitdruck stehe, dann fliessen die Worte wie von selbst. Überlege auch Du Dir, wieso Du schreiben willst. Hast Du das Bedürfnis, Dich anderen Menschen mitzuteilen? Hast Du Erlebnisse, welche Du beispielsweise auf einem Blog teilen möchtest oder hast Du einfach nur wahnsinnig viele Ideen in Deinem Kopf herumschwirren, die Du unbedingt für die Nachwelt festhalten möchtest? Perfekt! Dann hast Du die besten Voraussetzungen, um zu schreiben, und ich verspreche Dir, mit genug Durchhaltevermögen deinerseits, wirst Du ein tolles Buchprojekt auf die Beine stellen. Wenn dies alles jedoch nicht auf Dich zutrifft, dann würde ich mir das mit dem Buch noch einmal gründlich überlegen. Nur so als Tipp
zwischen Freunden.

2. Du hast keinen Spass dabei

Ein Buchprojekt kannst Du mit einem Marathon vergleichen. Es braucht viel Zeit, Schweiss und Du wirst mit Sicherheit die eine oder andere Träne vergiessen. Aber vor allem braucht es Durchhaltevermögen. Wenn wir also nochmals auf das Beispiel vom Marathon zurückkommen. Würdest Du diese 42 km absolvieren, wenn Du keinen Spass am Laufen hättest? Ich denke nicht. Denn der Trainingsaufwand und die Zeit, bis Dein Körper soweit ist, eine solche Distanz zu laufen, braucht einiges an Freizeit. Und diese ist ja bekanntlich immer eher knapp. Das heisst, wenn Du mit dem Marathontraining begonnen hättest, würdest Du spätestens bei den langen Einheiten irgendwann den Spass verlieren und aufhören. Genau so verhält es sich auch mit einem Roman. Er nimmt viel Zeit in Anspruch. Nur schon ein solider Aufbau eines Plots braucht mehrere Stunden Arbeit und dann hast Du noch kein einziges Wort für Deine eigentliche Geschichte geschrieben. Ich will Dir jetzt bestimmt keine Angst machen, oder Dir Dein Projekt ausreden. Wenn Du voll und ganz hinter Deiner Idee stehst, dann wirst Du es auch schaffen. Ganz sicher. Wenn jedoch nicht, dann wird der Weg bis zum Ende des letzten Kapitels sehr hart werden.

3. Du willst ein Buch schreiben, weil Dir der Gedanke vom eigenen Buch gefällt

Natürlich ist die Vorstellung, ein selbstgeschriebenes Buch in den Händen zu halten etwas Grossartiges und eine einmalige Erfahrung. Ich glaube, jeder Hobbyautor träumt von diesem einen Augenblick. Die harte Realität dahinter wird jedoch gerne mal weggelächelt. Leider benötigst Du nicht nur 2 Stunden Arbeit, bis Dein Buchbaby geboren ist. Es stecken enorm viel Planung, Recherche und Zeit dahinter und Du solltest auch einige Rückschläge verkraften können. (Fast) jeder Autor, der sich schon einmal an ein Buchprojekt herangewagt hat, wird mir hier wahrscheinlich recht geben. Gerade weil es so viel Zeit verschlingt, wird der blosse Wunsch nach einem Buch nicht ausreichen, um es schlussendlich auch fertig zu schreiben. Irgendwann wird der innere Schweinehund stärker sein und das geliebte Sofa wird lauter schreien. Wenn Du also nur das Endprodukt im Kopf hast, und nicht auch den Weg dorthin liebst, dann wirst Du sehr wahrscheinlich Dein Projekt nie beenden. Die besten Beispiele schreibt das echten Leben, deshalb möchte ich Dir eine kurze Geschichte zu diesem Thema nicht vorenthalten.
Vor einiger Zeit habe ich die Rohfassung meines Romans beendet. Dies ging erstaunlich schnell, denn ich liebe es, neue Welten zu erschaffen und mir Stories für meine Figuren auszudenken. Dann kam ich in die Überarbeitungsphase. Wie auch oft in diversen Beiträgen von anderen Autoren geraten, habe ich das Geschriebene eine Zeit lang in der „Schublade“ ruhen lassen. Es wird empfohlen, dass Du etwa 2 – 3 Monate nicht mehr an diesem Projekt arbeitest und Dich stattdessen etwas Neuem widmest. Gesagt, getan. Nur wurden aus diesen 3 Monaten ein halbes Jahr. Irgendwie habe ich den Einstieg in die Überarbeitungsphase nicht gefunden. Bei über 200 Seiten sah ich den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr und wusste auch nicht, wo ich anfangen sollte. Am liebsten wäre ich einfach schon fertig gewesen. Also habe ich es immer wieder hinausgeschoben und habe andere Dinge vorgezogen. Diese Situation hätte für meinen Roman das Aus bedeuten können. Aber da ich von meiner Buchidee überzeugt war (und immer noch bin), setzte ich mich mit meinem Problem auseinander und erstellte mir einen Plan, wie ich die Überarbeitung angehen konnte. Für mich hat es so bestens funktioniert und ich hab den Einstieg in meine Geschichte wieder gefunden.
Damit möchte ich Dir verdeutlichen, dass es viel Wille und Einsatz benötigt, um ein solches Projekt zu beenden. Wenn Du liebst, was Du tust, wirst Du auch erfolgreich damit sein.

4. Es wird Dir von jemandem eingeredet oder aufgedrängt

Ein Buch zu schreiben und es dann vielleicht sogar im Selbstverlag zu veröffentlichen ist heutzutage richtig in. Praktisch jeder kann sich Autor nennen, egal ob er mit Herzblut dahinter steht oder einfach nur sein Name auf dem Cover sehen will. Der Selbstverlag unterstützt diese Bewegung, denn dort kann jeder veröffentlichen. Egal ob gut geschrieben oder nicht, ob voller Tippfehler oder perfekt lektoriert. Verstehe mich nicht falsch, ich bin überhaupt keine Gegnerin des Selfpublishing. Ich habe selbst mein E-Book über Books on Demand (also im Selbstverlag) veröffentlicht und bin wahnsinnig dankbar für diese Möglichkeit. Denn zu einem Verlag vorzudringen ist nicht einfach. Deshalb unterstütze ich jeden, der sein Herzensprojekt veröffentlichen will. Was ich jedoch nicht unterstütze, sind solche Autoren, die einfach irgendetwas publizieren wollen. Ich liebe meinen Job und ich liebe es Autorin zu sein. Deshalb mein Appell an alle die nicht mit dem Herzen dabei sind: Lasst es sein. Ich persönlich bin der vollkommenen Überzeugung, dass der Leser merkt, ob Du das Schreiben liebst oder nicht. Also tue es nicht, nur weil es gerade alle tun oder weil Deine Mutter, Dein Grossvater oder Partner einfach gerne mit Dir als Autor angeben würden. Du bringst Dich so nicht weiter und es hinterlässt einen faden Beigeschmack für alle anderen Selfpublisher.

5. Du bist nur auf Reichtum und Ruhm aus

Mit dem letzten Punkt auf dieser Liste, möchte ich eine falsche Vorstellung von unserem Beruf aus der Welt schaffen. Viele denken es wäre leichtverdientes Geld, ein wenig zu schreiben und dann dafür grossartig abzusahnen. Wer kennt sie nicht, die Erfolgsgeschichten wie eine Arbeitslose zur Bestsellerautorin wurde. Zu schön, um wahr zu sein? Zugegeben, es gibt sie wirklich. Das beste Beispiel dafür ist wahrscheinlich J.K. Rowlings. Sie hat mit der Harry Potter Reihe ein ganzes Imperium erschaffen. Doch die Realität sieht hier leider oftmals anders aus. Nur ein Bruchteil der Autoren im deutschsprachigen Raum (oder auch auf der ganzen Welt) können komplett von ihren Einnahmen leben. Die Meisten von uns jedoch haben noch einen Zweitjob. Dieser kann mit dem Schreiben zu tun haben, muss aber nicht. Im Vordergrund steht nur, dass die Rechnungen ende Monat pünktlich bezahlt werden können und das jeden Tag etwas Gesundes zu essen auf den Tisch kommt. Dies ist bekanntlich das Ziel der meisten Menschen. Deshalb möchte ich Dir wirklich nochmals sagen: Wenn Du am schnellen Geld interessiert bist, dann such es nicht in der Bücherbranche. Es ist ein hart umkämpftes Gebiet und nur die Wenigsten haben DEN Erfolg, welcher ihnen eine Villa in der Toskana beschert. Für uns „Normalos“ ist es einfach eine Herzensangelegenheit und eine Tätigkeit aus Überzeugung, welche wir nie mehr missen möchten.

Ich hoffe sehr, dass ich Dich nun noch mehr motiviert habe, Dein eigenes Buchprojekt zu starten. Ohne utopische Illusionen und bitterböse Enttäuschungen am Ende des langen Weges.

Deine Cindy

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